| |
16 Dez
2007 (Rundschreiben zum Jahreswechsel 2007/2008) |8
Jan 2007 (Rundschreiben zum Jahreswechsel 2006/2007) |
19 Dez 2004 (IAB Bericht und "Call
for Papers") | 24 April 2004
(Programm der Broch-Tagung in Dortmund) | 3
Jan 2004 (Neujahrs-Rundschreiben) | 23
Okt 2003 (MLA Dates) | 22 Okt 2003
(MLA Session on Broch) | 23 Aug
2003 (Broch-Tagung in Dortmund) | 8
Feb 2003 (Drei Broch-Tagungen und anderes) | 17
Jan 2002 (Doktoranden-Projekte, Symposien, Publiktionen)
| 10 Jan 2002 (MLA) | 26
Dec 2001 (PS) | 24 Dec 2001
(Ein gutes neues Jahr) | 26
Sept. 2001 (Erster Brief)
Subject: Rundschreiben zum Jahreswechsel
2007/2008
Date: Sun, 16 Dez 2007
Liebe Mitglieder,
seit dem letzten Rundbrief ist einige Zeit vergangen. Im
Herbst 2007 fand in Veszprém in Ungarn, an der Pannonischen
Universität, die schöne Tagung über Brochs
literarische Freundschaften statt. Veranstalter waren Endre
Kiss und ich selbst, und die Gastgeber an der Universität
Csaba Foeldes als Dekan und Gabriella Rácz von der
Deutschen Abteilung. Inzwischen haben wir die 22 Beiträge
redigiert, das Manuskript liegt beim Stauffenburg Verlag in
Tübingen, und der hat uns informiert, dass der Band im
kommenden Jahr erscheinen wird, voraussichtlich im Frühjahr.
Druckkostenzuschüsse haben wir von der Washington University
in St. Louis und von der Alexander von Humboldt Stiftung in
Bonn erhalten.
Im Juni dieses Jahres fand die nicht minder interessante
Tagung zu Broch und die Religion statt. Veranstalter waren
Christine Maillard von der Universität Straßburg
und ich selbst. Christine Maillard war Gastgeberin, und zwar
als Direktorin von MISHA (Maison interuniversitaire des Sciences
de l’Homme) an ihrer Unversität. Es war vereinbart
worden, dass die TeilnehmerInnen ihre druckfertigen Manuskripte
bis November d.J. an Christine Maillard schicken, aber es
sind bisher nur ganz wenige Beiträge eingelangt. So bitte
ich auch auf diesem Weg die TeilnehmerInnen, ihre Aufsätze
so bald wie möglich als Email attachment an Christine
Maillard zu schicken. Der Band wird als Themenheft in der
von Christine Maillard herausgegebenen Fachzeitschrift Recherches
Germaniques erscheinen.
Inzwischen sind auch die IAB-Planungen für die Broch-Tagungen
2008, 2009 und 2011 fortgeschritten.
In Prag findet vom 26.-28. Juni 2008 die Konferenz mit dem
Thema “Hermann Broch und die Künste” statt.
Veranstalter sind Alice Staskova von der Universität
Prag und ich selbst. Gastgeberin ist Alice Staskova, die Unterstützung
von ihrer Universität, dem Goethe Institut und dem Österreichischen
Kulturinstitut in Prag erhalten hat. Das Programm ist so gut
wie fertig, und wir werden es bald auf der website des IAB
anzeigen.
Die Broch-Tagung in Lancaster, England, im Juli 2009 wird
dem Thema “Brochs Schlafwander: Interpretation und Rezeption”
gewidmet sein. Veranstalter sind Graham Bartram von der Universität
Lancaster und ich selbst. Graham Bartram ist Gastgeber und
hat die Unterstützung seiner Universität erhalten.
Das Programm wird im Lauf der nächsten Monate zusammengestellt
sein und wird dann ebenfalls hier angezeigt werden. (Die Schlafwandler
sind nach wie das beliebteste Buch von Broch. Der Bayrische
Rundfunk strahlt die ganze Trilogie im Lauf der nächsten
Monate in dialogisierter Form aus.)
Michael Kessler plant zum Jubiläumsjahr 2011 (125. Geburtstag
und 60. Todestag Brochs) in Zusammenarbeit mit mir ein eine
Tagung in Stuttgart. Das entspricht einer Tradition, denn
1986 (zum 100. Geburtstag) und 2001 (zum 50. Todestag) haben
wir mit ihm als Gastgeber vergleichbare Tagungen veranstaltet.
Zudem ist zu berichten, dass Ende dieses Monats während
der Jahrestagung der MLA (Modern Language Association of America)
in Chicago eine Broch-Sektion mit dem Titel “Hermann
Broch and Public Intellectuals” anberaumt ist, die ich
leite. Die Details finden Sie ebenfalls auf der IAB website
angezeigt.
Sollten Sie bei Tagungen Broch-Sektionen veranstalten oder
auch eigene Broch-Symposien anberaumen, lassen Sie es uns
wissen, damit wir sie auf unserer website anzeigen koennen.
Zudem weisen wir auf neue Buchpublikationen zu Broch hin.
In diesem Jahr ist ein von mir herausgegebener Band mit Briefen
Brochs an Paul Federn erschienen. Und gerade ist ein neues
Buch von unserem Mitglied Barbara Picht zum Thema Exil in
Princeton herausgekommen, bei dem ein Drittel des Bandes Broch
gewidmet ist. Beide Publikationen finden Sie ebenfalls auf
der website angezeigt. Informieren Sie uns also, wenn es neue
Buchpublikationen zu annoncieren gilt. Und denken Sie daran,
dass es am Broch-Archiv der Beinecke Rare Book Libarary der
Yale University in New Haven ein einmonatiges Forschungsstipendium
gibt, um das man sich bewerben kann. Und das Deutsche Literaturarchiv
in Marbach, das das zweitgrößte Broch-Archiv beherbergt,
vergibt ebenfalls Forschungsstipendien an WissenschaftlerInnen,
die in ihrem Archiv arbeiten wollen.
Es wäre auch gut, wenn Sie interessierte DoktorandInnen,
die über Broch promovieren oder Kolleginnen und Kollegen,
die Broch-Seminare veranstalten, auf den IAB hinwiesen. Inzwischen
haben wir über 160 Mitglieder, und vor allem mit Hilfe
der fast jährlich anberaumten Tagungen will der Arbeitskreis
das internationale wissenschaftliche Interesse am Werk Herman
Brochs wachhalten und, so weit es möglich und erwünscht
ist, Koordinationsarbeit leisten. Mitgliedsbeiträge erheben
wir, wie Sie wissen, nicht. Das erspart uns entsprechende
“Entlastungen” des Vorstands und vergleichbar
pompöse Dinge. Der Vorstand rekrutiert sich aus denjenigen
KollegInnen, die im Rahmen des IAB internationale Broch-Tagungen
veranstaltet haben oder veranstalten werden. Während
der Broch-Tagungen versuchen wir, eine Stunde anzuberaumen,
in dem die Planungen für die nächsten Jahre besprochen
werden. Das hat bisher sehr gut geklappt.
Mit bestem Dank für Ihre kollegiale Kooperation im Lauf
der Jahre und mit den besten Wünschen für die Feiertage
und zum neuen Jahr bin ich Ihr IAB Vorsitzender,
Paul Michael Lützeler
Subject: Rundschreiben zum Jahreswechsel
2006/2007
Date: Mon, 8 Jan 2007
Liebe Mitglieder des Internationalen Arbeitskreises Hermann
Broch,
als erstes gilt mein Dank Sachiko Broch de Rothermann, der
Nachlassverwalterin Hermann Brochs. Sie hat dem IAB auf vielfache
Weise geholfen, und sie nimmt regelmaessig an den Broch-Tagungen
teil. Dank gilt ferner Sarah McGaughey von der University
of Massachusetts, die als webmaster uns auf dem Laufenden
haelt, was die neuen Mitglieder, die neuen Buchpublikationen
und die neuen Broch-Symposien betrifft. Inzwischen haben wir
160 Mitglieder, und es werden sicher noch mehr werden. Mein
Dank gehoert auch dem Stellvertretenden Vorsitzenden, Michael
Kessler, der immer wieder mit guten Ideen und Initiativen
die Aktivitaeten des IAB bereichert. Das gilt auch fuer die
meisten Mitglieder des Vorstands. Dank aber auch den KollegInnen,
die in letzter Zeit Broch-Symposien im Rahmen des bzw. in
Zusammenarbeit mit dem IAB durchgefuehrt haben. Schon vor
ueber einem Jahr erschien der Band "Hermann Broch: Politik,
Menschenrechte - und Literatur?" als Ergebnis der Brochtagung
in Dortmund, deren Gastgeber Thomas Eicher war, und bei der
Hartmut Steinecke bei der Vorbereitung und Planung geholfen
hat. In vergleichbar guter Erinnerung ist uns das ungarische
Broch-Symposium (Brochs literarische Freundschaften), das
diesen Oktober in Veszprem stattfand, und das von Endre Kiss,
Gabriella Racz und Csaba Foeldes an der Universitaet von Veszprem
organisiert worden ist. Mit den zwanzig ReferentInnen und
den vielen Gaesten - vor allem StudentInnen - der Universitaet
war es eines der groesseren Symposien, die wir bisher veranstaltet
haben. Der Band zur Tagung ist in Vorbereitung und soll 2007
erscheinen. Im kommenden Jahr (Anfang Juni) ist Christine
Maillard Gastgeberin der Strassburger Broch-Konferenz zum
Thema Broch und die Religion, und im Jahr darauf wird Alice
Staskova in Prag (Universitaet und Goethe Institut) das Symposium
ueber Broch und die Kuenste leiten. Wir haben bereits bis
2009 geplant, wenn Graham Bartram an der University of Lancaster
ein Symposium ueber Brochs "Schlafwandler" durchfuehren
wird. Schreiben Sie mir doch bitte, falls Sie ebenfalls Plaene
fuer Broch-Tagungen haben, so dass wir entsprechend planen
koennen. Die Organisation von Symposien ist ja die primaere
Aufgabe des Arbeitskreises. Auch bei der Jahrestagung der
Modern Language Association of America veranstalten wir regelmaessig
Sektionen, die sich mit Brochs Werk beschaeftigen, so etwa
im Jahr 2005 zum Thema Broch und Thomas Mann. Vergleichbare
Initiativen werden in Zukunft bestimmt auch bei den Jahrestagungen
der German Studies Association stattfinden, bei der zunehmend
Vortraege ueber Broch angeboten werden. Ich koennte mir vorstellen,
dass das auch bei anderen nationalen germanistischen Jahrestagungen
der Fall sein wird. Im Jahr 2010 findet in Warschau der grosse
Kongress der IVG statt, und auch dort koennten Brochvortraege
in den verschiedenen Sektionen angeboten werden. Schoen waere
auch, wenn die Mitglieder unseres Arbeitskreises an ihren
Universitaeten mehr Broch-Seminare offerieren wuerden, bzw.
Broch verstaerkt in Seminare oder Vorlesungen ueber die Moderne
einbeziehen koennten. Nur so ergeben sich auch Doktorarbeiten,
denn ohne Anregungen durch ein Seminar entstehen selten Dissertationen.
Sie wissen, dass es Kurzzeitstipendien sowohl zur Arbeit am
Broch-Archiv der Beinecke Library der Yale University wie
auch am Broch-Archiv des Deutschen Literaturarchivs in Marbach
gibt. Ueber solche Dinge informiert Sie unsere Website. Inzwischen
haben eine ganze Reihe Mitglieder unseres Arbeitskreises diese
Stipendien wahrnehmen koennen. Sie sollten uns unbedingt wissen
lassen, wenn Sie Buchpublikationen ueber Broch veroeffentlicht
haben, damit wir diese Neuerscheinungen auch auf der website
nennen koennen. Ich bin sowohl mit Suhrkamp wie auch mit amerikanischen
Verlagen in Kontakt, was die Lieferbarkeit von Broch-Buechern
betrifft. Man bekommt zwar so gut wie alles bei den Internetbuchhandlungen
der verschiedenen Laender und im sog. Modernen Antiquariat,
aber eine Reihe von Broch-Titeln (abgesehen von den "Schlafwandlern"
und dem "Tod des Vergil") sind in regulaeren Buchhandlungen
oft nicht mehr zu bekommen, weil sie 'out of print' sind.
Ich waere Ihnen dankbar, wenn Sie auch in Ihren Heimatlaendern
ein Auge auf die Lieferbarkeit von Brochtexten haben koennten
und sich evtl. mit Verlegern, die bisher Broch publizierten,
in Verbindung setzen wuerden, wenn Sie sehen, dass Auflagen
vergriffen sind.
Bis zu einem Wiedersehen im neuen Jahr bin ich mit den besten
Gruessen und Wuenschen fuer 2007, Ihr Paul Michael Luetzeler.
Subject: IAB Bericht und "Call
for Papers"
Date: Sun, 19 Dez 2004
Liebe KollegInnen,
vorab die besten Wuensche fuer die Feiertage und zum neuen
Jahr. Ich danke Ihnen fuer die gute Zusammenarbeit waehrend
2004. Bei meinen Reisen (ob in den USA, Europa oder in Indien)
traf ich in diesem Jahr Mitglieder unseres Arbeitskreises,
und ich freue mich, dass wir inzwischen fast 140 Mitglieder
zaehlen.
Ende 2004 hatten wir eine gut besuchte MLA-Special Session,
bei der Gisela Brude-Firnau, Mathias Konzett und Judith
Ryan ueber Brochs Einfluss auf AutorInnen der Gegenwartsliteratur
referierten, und die ich als Chairman leitete. (Auch fuer
2005 werden wir versuchen, eine special session bei der
MLA zu arrangieren.) Ende Juni d.J. fand das Symposium ueber
Broch und die Menschenrechte in Dortmund statt, wobei die
Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen als Gastgeberin
fungierte. Thomas Eicher, Hartmut Steinecke und ich hatten
die Tagung organisiert, und der sich daraus ergebende Band
ist inzwischen fertig und wird im Lauf des kommenden Jahres
erscheinen.
Teilen Sie uns bitte Ihre Broch-Publikationen (vor allem
die Buch-Veroeffentlichungen) mit, damit wir sie auf der
IAB website auffuehren koennen.
Was Primaerliteratur betrifft, so erschien in diesem Jahr
die von mir zusammengestellte Dokumentation "Freundschaft
im Exil: Thomas Mann und Hermann Broch" (Thomas Mann-Studien
bei Klostermann), die ich im Hinblick auf das Thomas Mann-Jahr
2005 veroeffentlichte. 2005 erscheint "Transatlantische
Korrespondenz: Hermann Broch und Ruth Norden" bei Suhrkamp
(ebenfalls von mir ediert).
Ermuntern moechte ich die Mitglieder, sich um Stipendien
zu Forschungen in den Broch-Archiven der Beinecke Rare Book
Library in New Haven (Yale University) wie im Deutschen
Literaturarchiv in Marbach zu bewerben. Betonen muss man
bei den Bewerbungen, dass man die Materialien, die dort
sind, einsehen muss, was dann im Antrag im Detail zu belegen
ist. Es genuegt nicht, einfach ein Broch-Projekt zu beschreiben,
das man genausogut anderswo durchfuehren koennte. Hinweise
zu diesen Stipendien finden Sie in der IAB website.
Danken moechte ich an dieser Stelle auch Sarah McGaughey,
webmaster des IAB. Sie stellt gerade eine Dissertation ueber
Broch bei mir fertig.
Fuer die kommenden Jahre sind Broch-Tagungen in Ungarn,
Frankreich, der Tschechischen Republik und England geplant.
Vorweg schon Dank an die KollegInnen, die bereits mit den
jeweiligen Planungen begonnen haben.
Unsere naechste internationale Broch-Tagung findet im Herbst
2006 in Ungarn statt. Endre Kiss bereitet sie gemeinsam
mit seinem Kollegen Csaba Foeldes und mir vor. Beiliegend
der "Call for Papers":
Call for Papers
Hermann Brochs literarische Freundschaften
Eine internationale Tagung, 13.-15. Oktober 2006 in Veszprem
(Ungarn)
Die Veranstalter des Symposiums sind das Germanistische
Institut der Universitaet Veszprem und der Internationale
Arbeitskreis Hermann Broch. Sie wollen die Aufmerksamkeit
der Forschung auf die vielen intensiven Freundschaften und
intellektuellen Kooperationen lenken, die Brochs Leben und
literarisches Werk mitbestimmt haben. In jedem Vortrag sollten
Broch und der jeweilige Freund bzw. die jeweilige Freundin
in etwa gleichgewichtig vorkommen.
Zu denken ist z. B. an Ea von Allesch, Franz Blei, Rudolf
Brunngraber, Elias Canetti, Paul Federn, Edith Gyoemroei,
Erich von Kahler, Gina Kaus, Robert Musil, Ernst Polak,
Robert Pick, Alfred Polgar, George Saiko, Ernst Schoenwiese,
Abraham Sonne, Friedrich Torberg, Berthold Viertel, Stefan
Zweig aus Oesterreich bzw. aus den Staaten der ehemaligen
Donaumonarchie; an Herbert Burgmueller,Elisabeth Langgaesser,
Thomas Mann, Hans Reisiger, Hans Sahl, Frank Thiess, Egon
Vietta, Volkmar von Zuehlsdorff aus Deutschland; Edwin und
Willa Muir aus Schottland; Hannah Arendt, Giuseppe Antonio
Borgese, Henry Seidel Canby, Fanny Rogers, Jean Starr Untermeyer
und Thornton Wilder aus den USA.
Um moeglichst viele Freundschaftsbeziehungen diskutieren
zu koennen, wird in der Regel zu jedem/jeder der gewaehlten
FreundInnen nur ein Beitrag angenommen.
Die Tagung will auch ein Forum fuer promovierte NachwuchswissenschaftlerInnen
sein, die nachdruecklich gebeten werden, Referatsvorschlaege
einzureichen.
Die Anmeldungen werden ueber Email erbeten bis zum 15.
April 2005 bei den Veranstaltern:
Csaba Foeldes, email: foldes@almos.vein.hu
Endre Kiss, email: andkiss@hu.inter.net
Paul Michael Luetzeler, email: jahrbuch@wustl.edu
Subject:
Programm der Broch-Tagung in Dortmund
Date: Sat, 24 April 2004
Liebe Mitglieder des Arbeitskreises:
Wenn Sie auf der website des IAB nachschauen, finden Sie jetzt
den genauen Programmablauf der Dortmunder Broch-Tagung (24.-26.6.2004)
gelistet. Wir würden uns freuen, wenn Sie die Tagung besuchen
könnten.
Mit herzlichen Grüssen,
Ihr Paul Michael Lützeler
Subject: Neujahrs-Rundschreiben
Date: Sat, 3 Jan 2004
Liebe KollegInnen,
auch 2003 ist in Sachen Broch-Forschung einiges geschehen. Zum
ersten hat sich inzwischen, verglichen mit der Gruendungsphase
vor drei Jahren, die Anzahl der Mitglieder unseres Arbeitskreises
mehr als verdoppelt: von sechzig auf 131.
Im Fruehjahr 2003 fanden zwei Broch-Tagungen in Wien statt:
die erste veranstaltet von der Oesterreichischen Gesellschaft
fuer Menschenrechte (der Sammelband wird in diesem Jahr, hg.v.
Elisabeth Ebner, erscheinen), die zweite in Marianne Grubers
Gesellschaft fuer oesterr. Literatur. Dabei ging es um Broch
und Canetti, und der Band soll Ende d. J., hg. v. Penka
Angelova und mir, in den Canetti-Studien herauskommen. Die Planung
fuer die Dortmunder Tagung (Politik, Menschenrechte, Literatur)
ist abgeschlossen und findet Mitte dieses Jahres statt. Zwei
weitere Broch-Tagungen sind fuer 2006 im Gespraech, doch ist
es noch etwas frueh, darueber zu schreiben, weil sich alles
noch im ersten Planungsstadium
befindet.
Erfreulich ist, dass die Ergebnisse der Broch-Tagungen des Jubilaeumsjahres
2001 nun vorliegen: der Yale Tagungsband kam im Fruehjahr heraus,
und der Band, der die Symposien von Stuttgart und Wien umgreift,
vor wenigen Wochen, betreut von Michael Kessler. Darueber vgl.
im einzelnen die Angaben unter "Bibliographisches" in unserer
website. Den Veranstaltern (Christa Sammons, Michael Kessler,
Marianne Gruber) und den Teilnehmern an diesen Symposien noch
einmal herzlichen Dank. Durch die Tagungen und durch diese beiden
Baende (der erstere mehr die amerikanischen, der zweite mehr
die europaeischen Broch-Studien spiegelnd) sind der Forschung
wichtige Impulse gegeben worden.
Zum Abschluss des Jahres fand auch wieder eine special session
zu Broch bei der Jahrestagung der Modern Language Association
statt. Diesmal ging es um die Beziehung von Gegenwartsautoren
(Th. Bernhard, M. Streeruwitz, P. Handke, M. Maron) zu Broch.
Auf dem Gebiet der literarischen Brochrezeption, wurde festgestellt,
lassen sich noch viele Entdeckungen
machen. Bei der MLA wurde mir waehrend einer Feier auch der
grosse Sammelband uebergeben, den Michael Kessler mir freundlicherweise
zum 60. Geburtstag gewidmet hat. Das war eine froehliche Angelegenheit,
bei der Gisela Brude-Firnau, Ruth Klueger, Lynne Tatlock, Friederike
Eigler und Sebastian Wogenstein sprachen. Besonders witzig das
Gelegenheitsgedicht von Ruth Klueger! Auch den Mitherausgebern
der Festschrift, Marianne Gruber, Barbara Mahlmann-Bauer, Christine
Mondon und Friedrich Vollhardt moechte ich hier danken.
Meinen Dank auch an Sarah McGaughey, webmaster unserer Arbeitskreises,
aber auch an Sachiko Broch de Rothermann, der viel an der Forschung
ueber das Werk ihres Schwiegervaters gelegen ist.
Teilen Sie uns bitte immer mit, wenn Sie neue Arbeiten zu Broch
vorlegen, wir nehmen sie dann in unsere Bibliographie auf. Und
vergessen Sie nicht, dass es sowohl an der Yale University (Beinecke
Library) wie auch am Deutschen Literaturarchiv Kurzzeit-Stipendien
gibt, die es Ihnen erlauben, mit finanzieller Hilfe einige Wochen
in den dortigen Broch-Archiven zu arbeiten.
In der Hoffnung auf weitere gute Kooperation bin ich Ihr
Paul Michael Lützeler
nach
oben
Subject:
MLA Dates
Date: Thurs, 23 Okt 2003
Dear IAB members: the Broch session during the MLA convention
in San Diego will meet on Tuesday, December 30, but the reception
of the IAB will take place during the late afternoon of the
day before: Monday, December 29. nach
oben
Subject:
MLA Session on Broch
Date: Wed, 22 Okt 2003
Liebe Mitglieder des Broch-Arbeitskreises. Waehrend der diesjaehrigen
MLA in San Diego wird wieder eine Broch-Sektion veranstaltet.
Hier das Programm:
Echoes to Hermann Broch's Works: Bernhard, Streeruwitz, Handke,
Maron
8:30-9:45 a.m. Boardroom, San Diego Marriott
Session leader: Paul Michael Lutzeler, Washington Univ.
1. "Affinities: Broch in Bernhard's and Streeruwitz's Works"
Matthias Konzett: Yale Univ.
2. "Intertext: Broch's 'Esch' and Handke's 'Langsame Heimkehr'"
Michael Kessler, Kath. Akademie, Stuttgart
3. "Reception: Broch's 'Sleepwalkers' and Maron's 'Stille Zeile
sechs'"
Gisela Brude-Firnau, Univ. of Waterloo
Repondent: Judith L. Ryan, Harvard Univ.
It would be good to see those of you attending the MLA convention
during
the session. The Arbeitskreis will also arrange for a reception
on the
late afternoon of Monday Dec. 29. Those who would like to attend
send a
note about details to Mike Luetzeler's email address: jahrbuch@wustl.edu
nach
oben
Subject: Broch-Tagung in Dortmund
Date: Sat, 23 Aug 2003
Liebe KollegInnen,
anbei das vorlaeufige Programm der Broch-Tagung in Dortmund
vom 24.-26. Juni 2004. Wir hoffen, dass moeglichst viele Mitglieder
am Symposium teilnehmen werden. Mit besten Gruesse, Paul Michael
Luetzeler.
Hermann Broch. Politik, Menschenrechte - und Literatur?
24.-26. Juni 2004
Tagungsprojekt der Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen
in Dortmund (Dr. Thomas Eicher)
in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Arbeitskreis Hermann
Broch
(Prof. Dr. Paul Michael Lützeler)
und der Universität Paderborn (Prof. Dr. Hartmut Steinecke)
1. Zum Thema der Tagung
Der jüdisch-österreichische Schriftsteller und Exilautor
Hermann Broch (1886-1951) war nie ein Schulautor wie Bertolt
Brecht und auch keine Figur nationaler Repräsentanz wie Thomas
Mann. Aber er zählt mit seinen Romanen "Die Schlafwandler",
"Die Verzauberung", "Der Tod des Vergil" und "Die Schuldlosen"
zu den international renommiertesten Autoren der klassischen
Moderne. Seine Bücher sind in viele Sprachen übersetzt worden
und werden von der Germanistik seit einem halben Jahrhundert
kontinuierlich diskutiert und interpretiert. So war es folgerichtig,
daß vor einem Jahr der "Internationale Arbeitskreis Hermann
Broch" gegründet wurde, dem mehr als 120 Germanisten, Historiker,
Politologen und Juristen aus Europa, Amerika und Asien angehören.
Ziel des Arbeitskreises ist die Veranstaltung wissenschaftlicher
Symposien zum Werk Hermann Brochs. In der Vergangenheit stand
der Schriftsteller Hermann Broch, der Romancier und Essayist,
im Mittelpunkt der Forschung. Dass er auch Schriften zur Politik,
Massenpsychologie und Ethik verfasst hat, war zwar bekannt,
interessierte aber allenfalls einige Spezialisten. Die meisten
der ‚traditionell' ausgerichteten Literaturwissenschaftler
brachten und bringen dafür ein geringes Interesse und eine
sehr begrenzte Kompetenz auf.
Hingegen haben Schriftsteller und Intellektuelle unserer
Zeit wie George Steiner, Carlos Fuentes, Susan Sontag, Bernard-Henri
Levy und Milan Kundera die Bedeutung Brochs auch als Zeitkritiker
und als politischer Denker gewürdigt. Wie wenige andere Schriftsteller
seiner Generation hat er die ethische, letztlich religiöse
Krise der westlichen Zivilisation im 20. Jahrhundert analysiert
und in seinen Schriften bewußt gemacht. In seinen politischen
und massenpsychologischen Schriften geht es vor allem um eine
ethische Neubegründung der Menschenrechte, z.B. den Vorschlag
für ein "Gesetz zum Schutz der Menschenwürde" und das Plädoyer
für einen Internationalen Gerichtshof der UNO, der Verstöße
gegen die Menschenrechte zu verfolgen habe. Brochs politische
Kritik, wie er sie in seinen Romanen und in den theoretischen
Schriften äußert, ist auch ein halbes Jahrhundert nach seinem
Tod aktuell. Diese Aktualität (und nicht das Diktat des Kalenders,
der an irgendeinen Gedächtnistag erinnert) ist es, die uns
veranlaßt, dieses Symposium zu organisieren. Zudem ist Broch
ein Zeitgenosse unserer Gegenwart insofern, als er mit seinem
Exil das Schicksal vieler Menschen auch im neuen Jahrhundert
teilt. Broch war von der universellen Gültigkeit der Menschenrechte
überzeugt, und seine Stimme sollte heute angesichts der Relativierung
und Anfeindung dieser Position gehört werden.
Vorgesehen sind Beiträge von 16 Referentinnen und Referenten
aus sechs Nationen, aus den Disziplinen Politologie, Geschichte,
Jura, Theologie, Germanistik, Komparatistik und Kulturwissenschaft.
Eine Schriftstellerin und zwei kulturwissenschaftliche Schriftsteller
ergänzen das Programm.
2. Zum Ablauf der Tagung
Die Tagung stellt zum einen die politischen und ethischen
Schriften Brochs mit dem Zentrum seiner Arbeiten über die
Menschenrechte in den Vordergrund, wobei die Vertreter der
einschlägigen Disziplinen auch die Behandlung der entsprechenden
Themen in den literarischen Arbeiten Brochs im Auge behalten.
Zum anderen erörtern Kultur- und Literaturwissenschaftler,
von einzelnen literarischen Werken ausgehend, die genannten
übergreifenden Fragen. Die jedem Referenten gegebene Vorgabe
war die in Punkt 1 "Zum Thema der Tagung" genannte Interdisziplinarität
und die Prüfung der Frage nach der Aktualität bzw. Aktualisierbarkeit
im Blick auf zentrale Debatten zu Beginn des 21. Jahrhunderts.
Im einzelnen werden die Referenten in der 1. Sektion "Politik
und Menschenrechte" die folgenden Themen behandeln:
Anton Pelinka (Politologe, Innsbruck)
"Pax Americana und Kalter Krieg in Brochs Exilschriften"
In seinen politischen Exilschriften orientierte Broch sich
an F. D. Roosevelts "demokratischem Interventionismus", wie
u.a. seine "Massenwahntheorie" zeigt. Untersucht wird, ob
und wie diese Einstellung auch in der Nachkriegszeit Brochs
politisches Denken bestimmte, ob er für diesen Interventionismus
auch im Kalten Krieg zur Zeit von Truman und Acheson Partei
nahm.
Wolfgang Graf Vitzthum/Monika Klinger (Juristen, Tübingen)
"Menschenrechte und internationale Gerichtsbarkeit im Denken
Brochs"
Brochs Überlegungen werden im aktuellen Kontext der Einrichtung
eines Internationalen Strafgerichtshofs wie auch der "humanitären
Intervention" in Menschenrechtsdingen (siehe Bosnien-Krieg)
gesehen. Broch sprach visionär Themen an, die heute in der
konkreten Politik von unmittelbarem Belang sind. Nachgegangen
wird auch der Frage, ob Brochs Beiträge Antworten auf Fragen
der Terrorismusbekämpfung geben können.
Gilbert Weiss (Politologe/Kulturwissenschaftler, Greifswald)
"Politische Religion als Thema bei Hermann Broch und Eric
Voegelin"
Broch und Voegelin kannten sich seit den 1930er Jahren. In
seinem 1938 erschienenen Buch "Politische Religionen" dechiffrierte
Voegelin das ersatzreligiöse Fundament der modernen Totalitarismen.
In eine ähnliche Richtung zielten auch Brochs Schriften, man
denke an seinen Roman "Die Verzauberung". Es geht um den politischen
Mythos in der Moderne und um die ihm zugrundeliegende Anthropologie.
Thomas Hollweck (Germanist/Soziologe, Boulder/Col. USA)
"Hermann Broch und Eric Voegelin: Briefwechsel über die Menschenrechte"
1945 korrespondierten Broch und Voegelin im amerikanischen
Exil über
Brochs Essay zur Utopie der Internationalen Menschenrechte.
Voegelins
Stellungnahme hatte einen Einfluss auf die letzte Fassung
des Essays.
Eingegangen wird auf die intellektuellen Schwerpunkte, in
denen das Denken
Brochs sich mit dem Voegelins berührte. Voegelins These vom
Nationalsozialismus als politischer Religion beeinflusste
Broch.
Michael Kessler (Theologe/Germanist, Stuttgart)
"Menschenrecht und Toleranz bei Broch"
Brochs massenpsychologischen und politischen Schriften liegt
eine konsistente Theoriebildung zugrunde. Das zeigt sich vom
frühesten politischen Pamphlet aus dem Jahr 1918 bis zur letzten
Stellungnahme von 1950. Menschenrecht und Toleranz sind die
aufklärerischen Grundbegriffe, die Brochs Schriften auch aus
der Exilzeit prägen.
Thomas Borgard (Germanist/Kulturwissenschaft, Bern)
"Brochs Massenwahntheorie im Kontext"
Im Mittelpunkt stehen die intellektuellen Voraussetzungen
der in den
1930er und 1940er Jahren entstandenen Brochschen Massenwahntheorie.
Das
Augenmerk gilt der Revision des früheren wertphilosophischen
Ansatzes, der
Anverwandlung der modernen Sozialwissenschaften im Vergleich
Europa/USA
sowie der Rolle des psychologischen Paradigmas. Abschließend
werden die Folgen für den Roman "Der Tod des Vergil" diskutiert.
Alice Staskova (Komparatistin, Prag)
"Politik bei Hermann Broch und Jan Patocka"
Die Möglichkeit politischen Handelns beginnt nach Jan Patocka
durch ein Zugeständnis an die Geschichte. Geschichte wiederum
beginnt dort, wo in einer Erschütterung von Sinn Politik und
Philosophie gemeinsam entstehen. Das geschichtsphilosophische
Denken Patockas soll mit der frühen Philosophie Brochs und
mit dem Geschichtsbegriff aus den "Schlafwandlern" (Zerfall
der Werte) konfrontiert werden.
Barbara Picht (Historikerin, Berlin)
"Brochs Wissenschaftsverständnis im Exil"
Verglichen wird Brochs Wissenschaftsverständnis vor und während
des Exils.
Dabei stehen drei Fragen im Vordergrund: Welche Form wählte
er für die wissenschaftliche Arbeit? Was waren seine Themen?
Welche Ziele werden in den Aufsätzen formuliert? Mit der politischen
Rechtswende von 1933 änderte sich seine Auffassung darüber,
was philosophische und schriftstellerische Arbeiten bewirken
können und sollen.
Die 2. Sektion: "Politik und Literatur" setzt ein mit einer
grundlegenden
Reflexion über die Rolle von Literatur in der Zeit des Wertezerfalls
und behandelt sodann die Leitthemen ausgehend von einzelnen
Romanen Brochs.
Gerhard Lauer (Germanist/Kulturwissenschaftler, Göttingen)
"Vom Wert der Dichtung: Hermann Broch und die Politik der
Literatur"
Die zentrale Frage wird sein, wie Literatur für Broch angesichts
des Wertezerfalls wertbildend sein kann, wobei an die aktuelle
Fragestellung über die "politics of interpretation" angeschlossen
wird. Welche Werte können in der Literatur verhandelt werden?
Dabei wird sowohl auf Brochs literaturtheoretische Essays
wie auf sein vor dem Exil wie im Exil entstandenes Romanwerk
eingegangen.
Hartmut Steinecke (Germanist/Kulturwissenschaftler, Paderborn)
"Menschenrechte und Judentum vor und nach der Shoah"
Brochs Einstellung zu Fragen der Politik, der Ethik und der
Menschenrechte wurde anfangs nur peripher von seinem Judentum
bestimmt. Aber bereits in der "Schlafwandlerin" spielt das
Judentum eine gewisse Rolle. Sie nimmt nach 1933 erkennbar
zu, vor allem im Exil, sowohl in den theoretisch-politischen
Schriften ("Phänomenologie des Verfolgten") als auch in den
"Schuldlosen".
Paul Michael Lützeler (Germanist/Komparatist, St. Louis/USA)
"Brochs 'Schlafwandler': die Polenfrage im 'Pasenow'"
Der 1928 geschriebene erste Band von Brochs "Schlafwandler"-Trilogie
mit dem Titel "1888. Pasenow oder die Romantik" steckt voll
von zeitkritischen Anspielungen auf die Wilhelmische Ära.
Nicht nur auf den gerade 40 Jahre zurückliegenden Regierungswechsel
der Hohenzollern wird kritisch angespielt, auch Bismarcks
kolonialistische Polenpolitik des Reiches wird vielfach in
Erinnerung gebracht.
Eva Reichmann (Germanistin, Bielefeld)
"Brochs 'Verzauberung' und Soma Morgensterns 'Funken am Abgrund'"
Es bestehen zahlreiche Parallelen zwischen den beiden Romanen
Brochs und Morgensterns, was die Naturbeschreibung wie auch
die Gestaltung der antagonistischen Hauptfiguren betrifft.
Nachgegangen wird der Frage, inwieweit ein Einfluss Brochs
auf Morgenstern vorliegen kann. Das ist gerade im Hinblick
auf Morgensterns kritische Abgrenzung von Broch nicht ohne
Interesse.
Markus Pissarek (Germanist, Passau)
"Brochs 'Verzauberung' und 'Schuldlosen' - Decouvrierung von
NS-Ideologie"
Strukturelle Aequivalenzen werden untersucht, die zwischen
der Ideologie des Nationalsozialismus und der fiktionalen
Welt in Brochs Romanen bestehen. Dabei geht es nicht um den
Aufweis vordergründiger Bezüge, sondern um eine Analyse der
narrativen Gesamtstrukturen. Brochs Romane stecken voll von
subtilen Einsichten in die Ideologie und die Machttechnik
des Nationalsozialismus.
Jürgen Heizmann (Germanist/Komparatist, Montreal/Canada)
"Dichtung versus Imperium in Brochs "'Der Tod des Vergil'"
Die politische Dimension von Brochs Exilroman wird sowohl
in der Darstellung massenpsychischer Phänomene greifbar wie
in der Auseinandersetzung zwischen Vergil und Augustus. Wie
läßt sich in Zeiten, in denen ethische Bindungen sich gelöst
haben und feste Normen nicht mehr existieren, politisches
Handeln begründen? Das ist eine der Grundfragen, die der Roman
stellt.
Esther Schneider-Handschin (Germanistin, Zürich)
"Politisch-Juristisches in Brochs "'Die Schuldlosen'"
Brochs Spätwerk soll im Kontext der menschenrechtlichen und
politischen Spätschriften Brochs gesehen werden, wobei der
Briefwechsel mit Hannah Arendt eine besondere Rolle spielt.
Arendt las die neuen Teile des Romans und kommentierte sie:
man denke an ihren Enthusiasmus über "Die Erzählung der Magd
Zerline". Gerade in dieser Geschichte stehen juristische Themen
(Todesstrafe) im Vordergrund.
nach
oben
Subject:
Drei Broch-Tagungen und anderes
Date: Sat, 8 Feb 2003
Liebe Mitglieder des Arbeitskreises,
inzwischen sind bereits ueber 120 Broch-FoscherInnen Mitglieder
des Arbeitskreises geworden. Bevor ich die drei naechsten
Broch-Symposien anzeige, moechte ich nicht vergessen darauf
hinzuweisen, dass es an der Beinecke Library der Yale University
Library ein Forschungsstipendium gibt, das von Sachi Broch
de Rothermann zum Andenken an ihren Mann, H.F. Broch de Rothermann,
Hermann Brochs Sohn, gestiftet wurde.Damit kann man einen
Monat lang in der Beinecke Library ueber Broch forschen. Wenn
Sie in der Website des Arbeitskreises nachsehen (http://artsci.wustl.edu/~iab)
klicken Sie unter "Links", dann unter Forschung, wo sie die
Beinecke Library gelistet finden. Und dort ist dann das Hermann
Broch Fellowship erwaehnt. Sie wenden sich dann mit Hilfe
der angegebenen email Adresse an diese Bibliothek und erhalten
alle Fragen beantwortet. Jedes Jahr wird ein Stipendium vergeben.
Da sich immer nur wenige BrochforscherInnen bewerben, stehen
die Chancen gut, das Stipendium zu bekommen. Einige von uns
haben es im Lauf der letzten Jahre schon erhalten und werden
bestaetigen koennen, wie angenehm es ist, dort zu arbeiten.
Christa Sammons, die auch Mitglied des Arbeitskreises ist,
ist Leiterin der German Collection und damit auch des Broch-Archivs
an der Beinecke Library. Sie ist waehrend der Studienaufenthalte
dort besonders hilfsbereit.
Erinnern sollte ich aber auch daran, dass es Sommerstipendien
allgemeiner Art auch im Deutschen Literaturarchiv gibt. Dort
befindet sich ja das zweitgroesste Broch-Archiv, und auch
ein Aufenthalt dort verlohnt immer, wo man mit der Unterstuetzung
von Herrn Ott und Herrn Meyer rechnen kann. Auch Hinweise
auf dieses Archiv und seine Stipendien finden Sie in der website
des Broch-Arbeitskreises.
Schoen waere es, wenn Sie auch andere KollegInnen, die sich
fuer Broch interessieren, auf den Arbeitskreis hinweisen wuerden.
Teilen Sie uns doch bitte immer Ihre neuen Publikationen
ueber Broch mit, damit wir sie in die aktuelle Bibliographie
aufnehmen koennen.
Der Band "Hermann Broch - Visionary in Exile. The 2001 Yale
Symposium" erscheint, wie ich von Camden House hoere, noch
in diesem Monat. Er wurde von mir in Zusammenarbeit mit Mathias
Konzett, Christa Sammons und Willy
Riemer herausgegeben.
Michael Kessler teilt mir mit, dass der von ihm herausgegebene
Band, der die Beitraege zur Stuttgarter und Wiener Broch-Konferenz
enthaelt, im Herbst zur Buchmesse bei Stauffenburg in Tuebingen
erscheinen wird.
Wenn Sie mir auf diese email hin antworten, bitte nicht die
"iab"-email-Adresse benutzen, sonst geht die Antwort an alle
Mitglieder, sondern meine eigene email-Anschrift: jahrbuch@artsci.wustl.edu
Die drei Broch-Symposien, die anzuzeigen sind:
I. OESTERREICHISCHE LIGA FUER MENSCHENRECHTE
A-1070 Wien, Hermanngasse 9,
E-mail: menschenrechte@chello.at
Hermann Broch und die Wiener Moderne
8.-10. Mai 2003
Wissenschaftliche Leitung: Dr. Manfred Jochum
Organisation: Dr. Elisabeth Ebner
Programm
II. OESTERREICHISCHE GESELLSCHAFT FUER LITERATUR
A-1010 Wien, Herrengasse 5
Email: office@ogl.at
Hermann Broch und Elias Canetti
Beziehungen und Vergleiche
2.-4. Juni 2003 in Wien
Herrengasse 5 (Palais Wilczek)
Leitung: Marianne Gruber
Wissenschaftliche Beratung: Penka Angelova, Paul Michael Luetzeler
Programm
III. AUSLANDSGESELLSCHAFT NRW
44147 Dortmund, Steinstr. 48
Email: eicher@agnrw.de
Hermann Broch - Politik und Menschenrechte
24.-26. Juni 2004 in Dortmund
Steinstr. 48
Leitung: Thomas Eicher
Wissenschaftliche Beratung: Paul Michael Luetzeler, Hartmut
Steinecke
Vorlaeufiges
Programm
Fuer heute bin ich mit herzlichen Gruessen und guten Wuenschen,
Ihr
Paul Michael Lützeler
nach
oben
Subject:
Runschreiben
Date: Thu, 17 Jan 2002
Liebe Mitglieder des Arbeitskreises,
unter den Vorschlaegen, die ich im Lauf der letzten Wochen
erhalten habe, waren zwei, die ich hier unterbreiten moechte:
1. Doktoranden-Projekte
Der Arbeitskreis steht natuerlich auch DoktorandInnen offen,
die eine Disseration ueber Broch schreiben bzw. sich mit einer
Arbeit promovieren, in der Broch eine prominente Rolle spielt.
Falls Sie selbst eine Broch-Doktorandin oder einen -Doktoranden
haben, weisen Sie ihn doch bitte auf den Arbeitskreis hin.
Wir werden auch gerne das Thema, wenn das gewuenscht wird,
anzeigen.
2. Information ueber die Broch-Symposien von 2001
Eine Absicht des Arbeitskreises ist natuerlich auch die, BrochforscherInnen
miteinander bekannt zu machen. Wenn Sie bei Durchsicht der
Broch-Tagungsprogramme ein Thema finden, das Sie fuer einen
Vortrag an Ihrer Universitaet interessiert, koennen Sie den/die
ReferentIn gerne einladen. Wir haben jetzt in der Information
ueber die Symposien vom letzten Jahr sog. "links" eingebaut,
so dass Sie die Programme sofort einsehen koennen. Da es mit
der Publikation der Tagungsergebnisse in Sammelbaenden noch
eine Weile dauern wird, besteht fuer die naechsten zehn Monate
kaum die Gefahr, dass man Publiziertes zu hoeren bekaeme.
(Ich selbst habe - bis auf eine Einfuehrung in Wien - nicht
referiert, habe aber zwei Vortragsthemen: "Brochs 'Pasenow'
als Berlin-Roman" und "Hermann Broch: Kosmopolitismus, Europa,
Universitaet" als Gast der FU werde ich von Mitte Mai bis
Mitte Oktober in Berlin sein.) Da jetzt die Zeit ist, in der
Einladungen fuer das Sommersemester ausgesprochen werden,
wollte ich auf diese Moeglichkeiten so rasch wie moeglich
hinweisen.
3. Abschliessend moechte ich Sie nochmals bitten, uns neue
Broch-Publikationen anzuzeigen, wir werden sie dann gleich
auflisten. Mit den besten Gruessen und Wuenschen, Ihr
Paul Michael Lützeler
nach
oben
Subject:
Rundschreiben: MLA Sektion ueber Hermann Broch
Date: Thu, 10 Jan 2002
Liebe Mitglieder des Arbeitskreises,
in den letzten Dezembertagen findet jedes Jahr das grosse
Treffen der Modern Language Association of America statt (mit
ueber 700 Sektionen). Eine davon war vor zwei Wochen (die
Tagung fand diesmal in New Orleans statt) dem Werk Hermann
Brochs gewidmet. Ich hatte mit Hinweis auf den 50. Todestag
des Autors die Sitzung beantragt. Ich stellte die Sprecher
vor und leitete die Diskussion. Die ReferentInnen waren (wie
wir es in der website auch erwaehnt haben): Wolfgang Mueller-Funk
aus Birmingham ueber Brochs Massenwahntheorie mit Hinweisen
auf Canetti, Peter Y. Paik aus Milwaukee ueber das Ende der
Kunst bei Broch und Celan, und Ruth Klueger ueber Brochs Kitschtheorie.
Die Vortraege waren ganz vorzueglich und auch die anschliessende
Diskussion sehr lebhaft. Alles in allem waren wir nicht mehr
als 25 Teilnehmer (was bei einer germanistischen Veranstaltung
der MLA nicht schlecht ist), aber was zaehlte, waren die neuen
Einsichten, das Engagement der ReferentInnen und der TeilnehmerInnen
an der Diskussion.
Inzwischen habe ich mich erkundigt, ob der Arbeitskreis,
der ja ueber 100 Mitglieder hat, nicht mit der MLA affiliiert
werden kann. Die MLA teilte mir mit, dass das durchaus moeglich
sei, dass man aber den Antrag dafuer erst stellen kann, wenn
unsere Gesellschaft sechs Jahre Bestand gehabt hat. Affiliiert
bedeutet, dass es dann das Recht dieser
Gesellschaft bzw. unseres Arbeitskreises ist, ohne besonderes
Genehmigungsverfahren bei den Jahrestagungen der MLA eine
Broch-Sektion abhalten zu koennen. Damit kann also fruehesten
2005 oder 2006 gerechnet werden. Man empfahl mir aber, schon
jetzt jedes Jahr oder zumindest jedes zweite Jahr eine Broch-Sektion
bei der MLA zu beantragen, damit man bei der Antragstellung
auf das Interesse an Broch bei Mitgliedern der MLA hinweisen
kann.
Ziemlich genau ein Drittel unserer Mitglieder sind aus den
USA und Canada. So geht jetzt meine Frage vor allem (aber
nicht ausschliesslich) an die amerikanischen KollegInnen,
ob Interesse daran besteht, in diesem Jahr (in der Zeit zwischen
dem 27. und 30. Dezember) eine Broch-Sitzung bei der MLA zu
beantragen. Die Jahrestagung wird diesmal in New York stattfinden,
einem der Orte, an denen Broch waehrend des Exils laengere
Zeit gelebt hat.
Sachiko Broch de Rothermann, unser Ehrenmitglied, koennte
dann natuerlich auch anwesend sein.
Koennten Sie mir schreiben, ob Sie eine solche Sektion beantragen
wollen (als chair), ob Sie einen Vortrag halten moechten (es
geht um 3 RednerInnen, die jeweils maximal 20 Minuten zur
Verfuegung haben), oder ob Sie als discussant fungieren moechten.
Normalerweise werden die Vortraege bei der MLA auf Englisch
gehalten, aber es gibt keine Regel, die es verbietet, dort
auf Deutsch zu sprechen. Falls sich jemand von ausserhalb
der USA fuer die Sektion interessiert: Es gibt leider keine
Reisestipendien von Seiten der MLA (oder von irgendeiner Organisation)
fuer die TeilnehmerInnen. Wer bei der MLA spricht, sollte
dort Mitglied sein, doch ist es moeglich, einen Antrag zu
stellen, so dass auch jemand aus dem Ausland sprechen kann,
der nicht Mitglied ist.
Ich wuerde mich auf Reaktionen freuen. Antworten Sie mir
bitte nicht ueber diesen "iab-mitglied" listserv, sondern
an meine persoenliche email-Anschrift: jahrbuch@artsci.wustl.edu
Mit besten Gruessen, Ihr
Paul Michael Lützeler
nach
oben
Subject:
PS zum Rundbrief (Inter. Arbeitskreis H. Broch)
Date: Wed, 26 Dec 2001
Liebe KollegInnen,
nur ein kurzes PS. Vielen Dank fuer die verschiedenen Reaktionen.
Einige antworten dann direkt ueber den "iab_mitglieder" listserv.
Dann geht die Antwort allerdings an alle Mitglieder. Wenn
Sie nur mir schreiben wollen, bitte meine email-Adresse benutzen:
jahrbuch@artsci.wustl.edu
Nochmals beste Wuensche, Ihr (inzwischen hat der IAB schon
102 Mitglieder),
Paul Michael Lützeler
nach
oben
Subject:
Ein gutes neues Jahr
Date: Mon, 24 Dec 2001
Liebe Mitglieder des Internationalen Arbeitskreises Hermann
Broch: die besten Wuensche fuer die Feiertage und fuer ein
gutes neues Jahr mit Glueck und Erfolg, Gesundheit und Friede.
Ich verbinde die Wuensche mit Dank fuer die gute Zusammenarbeit
in diesem Jahr. Viele von uns haben sich bei den vier Broch-Symposien
(New Haven, Wien, Stuttgart, Japan) gesehen, und einige treffen
sich nun zur letzten diesjaehrigen Broch-Veranstaltung, der
Broch-Sitzung auf der MLA in New Orleans am Ende der Woche.
Zudem wanderte die Broch-Ausstellung von Marbach nach Berlin
und Wien, und auch bei den Eroeffnungen habe ich eine Reihe
von Ihnen begruessen koennen. Die Baende mit den Vortraegen
der Tagungen in New Haven, Wien und Stuttgart werden 2002
oder 2003 erscheinen.
Inzwischen hat unser Arbeitskreis 101 Mitglieder, sicher
mehr, als wir vor einem halben Jahr, als wir ihn in Stuttgart
aus der Taufe gehoben haben, erwarten konnten. Hier nochmals
die website (gefuehrt von Sarah McGaughey), in der wir die
laufenden Aktivitaeten vermerken:
http://artsci.wustl.edu/~iab
Fuer Mitte 2003 planen wir - gemeinsam mit der Canetti-Gesellschaft
- eine Broch/Canetti-Tagung in Wien (Oesterreichische Gesellschaft
fuer Literatur), und fuer Mitte 2004 eine Broch-Tagung "Politik
und Menschenrechte" in Dortmund. Marianne Gruber wird wieder
die Gastgeberin in Wien sein, und Thomas Eicher, Leiter der
Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen, ist der Veranstalter
in Dortmund. Die Finanzierung der Tagungen ist im Augenblick
noch nicht ganz gesichert, und wieviel Unterstuetzung in diesen
fiskalisch schwierigen Zeiten wir bekommen
werden, steht noch nicht fest. Beide Veranstalter machten
klar, dass das Budget nicht ausreichen werde, um Fluege aus
Uebersee finanzieren zu koennen.
Lassen Sie mich doch wissen, ob Sie bei einem der beiden
Symposien einen Vortrag halten moechten. (Bei Broch-Canetti
ist es so gedacht, dass sich jeder Vortrag vergleichend mit
dem Werk beider Autoren beschaeftigt.) Falls sich zu viele
Vortragsanmeldungen ergeben sollten, werden wir im Vorstand
die Auswahl beraten.
Halten Sie uns bitte auf dem Laufenden mit Ihren aktuellen
Broch-Publikationen: wir nehmen sie gleich in unsere website-Bibliographie
auf. Und wenn Sie Vorschlaege fuer weitere regionale, nationale
oder internationale Broch-Symposien haben, lassen Sie es uns
bitte wissen.
In der Hoffnung auf weitere gute Zusammenarbeit bin ich,
auch im Namen des Vorstands, herzlich gruessend, Ihr
Paul Michael Lützeler
nach
oben
Subject:
Rundbrief: Internationaler Arbeitskreis Hermann Broch (IAB)
Date: Wed, 26 Sep 2001
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
als Ergebnis unserer drei Symposien aus Anlass des 50. Todestages
von Hermann Broch konstitutierte sich unser Arbeitskreis.
Inzwischen haben wir eine website und einen listserv (ueber
den wir uns jetzt bereits mit diesem Rundschreiben verstaendigen)
eingerichtet. Das konnte mit Hilfe meiner Doktorandin Sarah
McGaughey geschehen, die eine Dissertation ueber Broch schreibt.
In der website haben wir Informationen ueber den Arbeitskreis
und seine Ziele, ueber seinen Vorstand, ueber Broch, ueber
Symposien, ueber Informationen, die ueber Broch und die Broch-Forschung
im Internet verfuegbar sind etc. untergebracht. Die Internet-Adresse
dieser website ist:
http://artsci.wustl.edu/~iab
Wenn Sie weitere Broch-ForscherInnen kennen, die Mitglieder
des Arbeitskreises werden moechten, teilen Sie uns doch bitte
deren email-Adressen mit. Ein wichtiger Zusammenhalt des Arbeitskreises
werden die etwa alle 3 Jahre geplanten internationalen Symposien
sein. Lassen Sie uns doch wissen, wer von Ihnen da eine Initiative
ergreifen moechte.
Wichtig waere auch, dass Sie uns Ihre aktuellen Publikationen
mitteilten, also Buecher, Editionen, Artikel zu Broch aus
dem laufenden akademischen Jahr 2000/2001, die noch nicht
in den ueblichen Bibliographien erfasst sind. Wir werden Sie
dann in die website unter der betreffenden Rubrik aufnehmen.
Fuer heute bin ich im Namen des Vorstands herzlich gruessend,
Ihr
Paul Michael Lützeler
nach
oben |